FRIEDRICH WAGNER, der in Berlin als Buchbindergehilfe arbeitete, fasste 1883 den Entschluss sich in seiner Heimatstadt Ueckermünde, das damals 5000 Einwohner und etwas Ziegelindustrie hatte, als Buchbinder selbstständig zu machen. Er kaufte ein paar Arbeitsgeräte auf Kredit und für 15 Mark Schreibmaterialien zum Verkauf in dem Ladengeschäft Ueckerstraße/Ecke Schulstraße, heiratete Anna Oestreich, die er in Berlin kennengelernt hatte und scheiterte angesichts der schlechten Auftragslage und der schnell wachsenden Familie.

1890 musste er Konkurs anmelden, der jedoch in einem Vergleich endete, da der Böttchermeister Golz und Bäckermeister Neumann der unermüdlich schaffenden Frau Wagner zuliebe ein erneutes Darlehen gewährten und einen Wechsel für den Vorschussverein unterschrieben.
Nach 1890 blühte die Ziegelindustrie auf, es gab mehr Aufträge und so konnte 1900 sogar eine Filiale gegenüber der Schule, am anderen Ende der Stadt eröffnet werden, die von der ältesten Tochter Marie geführt wurde. Diese musste zwar wieder geschlossen werden, dafür zog 1907 das Hauptgeschäft aber in die Nähe der Schule. Hier begann auch der Verkauf vorrätig gehaltener Bücher.

1919 gründete Friedrich Wagner mit seinem Sohn Johannes eine Buch- Papier und Schreibwarenhandlung, der auch die Buchbinderei und Druckerei angeschlossen war, die seit 1911 Johannes Wagner führte. 1920 wurde dann das Haus Ueckerstr.28 voller Hoffnungen bezogen, denen die Inflation im Jahre 1923 jedoch ein jähes Ende bereitete. Friedrich Wagner zog sich vom Geschäft zurück, sein Sohn Johannes baute es aus den Trümmern wieder auf. 1933 konnte das 50 jährige Geschäftsjubiläum gefeiert werden. Durch die Rüstungsaktivitäten der Nazidiktatur setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, was die Nachfrage nach Büchern erhöhte.

1936 beantragte JOHANNES WAGNER die Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer als Vollbuchhändler, die am 1.4.1936 erfolgte. Im Jahre 1939 trat meine Großmutter Gretel Brandstädt ihre Lehre bei Johannes Wagner an. Im Krieg erfolgte ein Ausverkauf des Warenlagers, 1943 verstarb Friedrich Wagner und am 11.6.1945 wurde mit den vorhandenen Warenresten das Geschäft wiedereröffnet.

Bis 1950 führte Johannes Wagner dieses mit seiner Tochter Hildegard, danach war auch JOHANNA WAGNER hier tätig, die im Jahre 1961 die Nachfolge ihres Vaters antrat und bis 1981 als Inhaberin der Firma Friedrich Wagner vorstand.
Danach wurde die Buchhandlung vom Volksbuchhandel übernommen und nach der Wende an ein Torgelower Buchhandlungsunternehmen verkauft, das in den Räumen der Ueckerstr. 79 zehn Jahre lang eine Filiale betrieb.

Seit dem 15. Oktober 2001 präsentiert sich die FRIEDRICH-WAGNER-BUCHHANDLUNG wieder unter altem Namen und mit neuem Gesicht zu dem ein breites Vollsortiment und vielfältige Aktivitäten rund ums Buch gehören. Lesungen, Sommerkino und Konzerte sind zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Region geworden. 2003 wurden wir dafür von Langendorfs Dienst, einem Nachrichtendienst für Buchhandel und Verlage zum 'Leuchtturm der Buchhandelslandschaft' ernannt.

Für das Jahr 2004 erhielten wir den erstmals verliehenen Kulturpreis der Stadt Ueckermünde. Im Januar 2005 starteten wir eine gemeinsame Filmreihe mit dem Kino Ueckermünde und einen Monat später wurde mit dem KunstRaum auch der Bildenden Kunst ein Forum gegeben. 2009 erhielten wir den Raumpionier — Preis des Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Für das Jahr 2004 erhielten wir den erstmals verliehenen Kulturpreis der Stadt Ueckermünde. Im Januar 2005 starteten wir eine gemeinsame Filmreihe mit dem Kino Ueckermünde und einen Monat später wurde mit dem KunstRaum auch der Bildenden Kunst ein Forum gegeben. 2009 erhielten wir den Raumpionier — Preis des Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

2015 folgte der erstmals verliehene Deutsche Buchhandlungspreis mit dem Prädikat 'Hervorragende Buchhandlung' und 2016 der Hauptpreis des Deutschen Buchhandlungspreises, als 'Beste Buchhandlung'.